Urlaub Teil I

Montag, 14.07.2014

So, nach einer lange Pause, bin ich nun auch hier im Blog wieder aktiv. 

Die Pause lässt sich leicht erklären: Ich hatte Urlaub!  Und er war toll. Nicht nur, dass ich mit Frank viel unternehmen, sehen, erleben durfte, sondern auch, dass ich richtig entspannen konnte.

Leider verlief Franks Ankunft nicht so reibungslos wie erwünscht, denn er wurde erstmal am Flughafen vergessen...zum Glück hatte er meine namibische Handynummer dabei, sodass er anrufen konnte.

Andre, der mich auch am Flughafen abgeholt hatte, war sogar morgens dort, um Leute zum Flughafen zu bringen, doch wusste nicht, dass er Fränki auch mit in die Stadt nehmen sollte. So läuft das hier halt manchmal, aber das kann überall passieren.

Mit einer Stunde Verspätung kam Frank dann doch an. Statt mit André, kam ein Charles und ich spürte bei der Ankunft des Shuttles in Klein-Windhoek, dass Frank sichtlich erleichtert war, dass er nicht ausgeraubt worden war :-)

Franks ersten Tage wollten wir in Windhoek verbringen und alles langsam und entspannt angehen lassen. Doch ich konnte es mir nicht vekneifen gleich am ersten  Tag mit ihm in die Kanzlei zu gehen und die heissersehnte Kaffeekanne, die er mitgebracht hat, dort abzugeben. Ich wollte ihm natürlich zeigen wo und mit wem ich die letzten sieben Wochen verbracht habe.

Anschliessend ging es in die Stadt, ein bisschen Sightseeing und ein bisschen Kaffee trinken.

Es war ein schönes Gefühl Frank alles zeigen zu können. Natürlich gehört zu einem richtigen Windhoek-Besuch ein toller Sundowner auf der Hilton-Dachterrasse und ein Essen bei Joes Bierhouse. Diese touristischen Programmpunkte haben wir gleich am ersten Abend erfüllt. Neben Kudu-Steak gab es gleich noch ein WM Spiel...

Am Donnerstag ging es dann los nach Düsternbrook, eine Guestfarm nahe Windhoek, wo ich mit Elle und Alex bereits zwei Wochen zuvor für eine Tagestour war. Wir hatten den Transfer über Shuttle Namibia gebucht, denn dort hatte ich mit André stets gute Erfahrungen gemacht: nette, ordentliche Fahrer in guten, soliden Autos.

Doch unser Transfer nach Düsternbrook, sollte bereits das erste Abenteuer werden. Nett gesagt, eine Klapperkiste, stand mittags vorm Haus... Der Fahrer war nett, doch die stark geröteten Augen deuteten auf eine Unannehmlichkeit hin. Schnell fanden wir heraus woher die Rötungen kamen, denn der Auspuff war kaputt und so fuhren wir die 50km auf der Rückbank des klapprigen Autos, eingehüllt in Autoabgase.

Dennoch konnte die Klapperkiste alle drei Flüsse auf dem Weg zum GuestHouse überqueren und wir kamen gut in Düsternbrook an. 

Als erstes bezogen wir unser "Zimmer" und ich war sofort begeistert, denn es war ein Zelt, abseits von den Hauptgebäuden, mit Blick auf den Revier, welcher noch Wasser führte. Einziges Manko war, dass es direkt zwischen dem offenem und geschlossenem Campsite lag und wir somit den "Krach" der Camper mitbekamen. Es waren zu der Zeit nicht viele Camper da, sodass sich die Lärmbelästigung aushalten ließ.

Am ersten Tag hatten wir keinen Drive geplant, da schließlich Deutschland gegen die USA spielen sollte und wir auf keinen Fall, die erkämpfte Fernsehmöglichkeit verpassen wollten. Stattdessen haben wir versucht eine kleine Wandertour zu machen. Bereits die Überquerung des Reviers stellte für mich eine Herausforderung dar, die ich jedoch bravourös meisterte. Auf der anderen Seite angekommen, begegneten wir einer Herde Paviane. Unser Respekt ließ uns umkehren und die Flucht ergreifen. Wir wollten unsere Wandervorhabungen erst mit der Guestfarm abklären.

Um 17Uhr ging es dann zum Fußball gucken - in die Privaträume des Farmbesitzers. Mit Trikots bekleidet konnten wir so Deutschland ordnungsgemäß unterstützen. Zum Glück waren die Deutschen erfolgreich.

Zum Abendessen wurden alle Gäste der Farm an einen großen Tisch gebeten und haben gemeinsam mit Mitarbeitern und dem Farmbesitzer ein 3-Gang-Menue eingenommen. Es war eine tolle Atmosphere, sehr herzlich und gastfreundlich.

Am ersten Abend waren noch zwei Franzosen auf der Farm, die eine Namibia-Rundreise machten. Der Jüngere hat die Reise zum bestandenen Abitur geschenkt bekommen.

Nach ausgiebigem Frühstück mit dem Hausherren stand am nächsten Tag eine Geparden- und Leopardenfütetrung an. In einem offenem Geländewagen ging es in das Gehege. Ich fand es toll. Frank auch, mit etwas mehr Respekt vor den (halb-)wilden Tieren.

Abends saßen dann zwei Belgierinnen mit am Tisch, die in zwei Wochen 4000km durch Namibia geheizt waren. Auch hier gab es wieder interessante und hitzige Gespräche.

Leider ließen uns die Paviane in dieser Nacht nicht gut schlafen, denn sie haben eine Weile wie am Spieß geschrieen. Wir vermuten, dass ein Leopard in der Nähe war, denn Paviane sind seine Lieblingsspeise.

Ein etwas unangenehmer Gedanke, wenn man nur eine dünne Zeltwand zwischen sich und den Tieren weiß.

Samstag ging es schließlich gut gestärkt auf einen Mountain-Drive. Und wir hatten das große Glück doch tatsächlich, das scheue und bedrohte Bergzebras sichten zu können. Leider viel zu kurz um die Kamera startklar zu machen. Auf diesem Drive wurden wir durch das ganze Geröll auf den Wegen ziemlich stark durchgeschüttelt, doch für das Bergzebras hat man das Durchgeschüttelt gerne in Kauf genommen.

Nachmittags haben wir auch noch auf einem Game-Drive  Oryx, Kudu, Strauß, Giraffe und Nilpferde gesehen. Insoweit ein tierreicher, toller Tag! 

Nach einer Wanderung am Vormittag zum Andreasdamm, ging es Sonntag bereits nach Swakop. Das Shuttle sammelte uns auf der Strecke ein und nach fünf Stunden waren wir auch endlich am Atlantik angekommen.

Wir hatten großes Glück, dass wir zu unserem Düsternbrook-Paket auch noch zwei Übernachtungen im Swakopmunder Appartment geschenkt bekommen haben. Das Appartment war super und wir fühlten uns gleich wohl.

Nur gab es dort leider nix zum Essen. An einem Sonntag Abend hatten leider auch die meisten Restaurants geschlossen, sodass wir schließlich ins Hansa Hotel zum Essen gehen mussten. Piek-feines Hotel mit gehobenem Restaurant.

Wir dachten zunächst, dass wir gar nicht hinein dürften, denn nach der langen Fahrt waren wir nicht grade ausgefertigt angezogen. Allerdings war eine lange Hose einziges Kriterium um dort speisen zu können.

Frank und ich waren dankbar und begeistert. Das Essen dort war der absolute Knaller.

Zum amouse geule gab es panierten Ziegenkäse mit Mango-Chili Chutney.

Vorspeise war französische Zwiebelsuppe bzw. Wild-Consommé

Dann gab es einen Zwischengang von Hause aus: Ananassorbet in Brandy

Und zum Hauptgang: Spaghetti mit Garnelen bzw. Tranchen vom Game

Wir waren pappsatt, zufrieden und schliefen nachts wunderbar!

In Swakop haben wir dann natürlich auch das ein oder andere unternommen, wie Sandboarding oder eine living desert Tour. Um nach unserer Rückkehr auch noch etwas berichten zu können, werden wir euch hiervon persönlich berichten....

Das war es auch schon für Teil 1 und Fortsetzung folgt! :-)

Karneval

Sonntag, 22.06.2014

Wow, was für eine tolle Woche.

Ich musste nur zwei Tage arbeiten und am Mittwoch hieß es: "Auf nach Swakop!" Anstatt die Teerpad zu nehmen, sind wir über den Us-Pass an die Westküste Namibias nach Swakopmund gefahren. Wir waren zwischenzeitlich zwei Stunden unterwegs ohne ein anderes Fahrzeug zu sehen. Die Strecke war wunderschön. Zwar dauerte es ca. doppelt so lang, wie der Weg über die Schnellstraße, doch die landschaftliche Entwicklung, von dichtbewachsenen Bergen in Windhoek über Felsberge und Steppe bis hin zur Stein- und später Sandwüste in Swakopmund, entschädigte großzügig.

Auch unsere organisierte Unterkunft war nicht schlecht, denn wir hatten gleich ein ganzes Haus.

Wenn man schon nach Swakop fährt, muss man natürlich an den Strand. Also sind wir gleich zur alten Jetty los und haben erste frische Meerluft atmen können. Ein Museum direkt am alten Leuchturm hatte noch geöffnet, sodass wir gleich die swakopmunder Geschichte, Tier- und Pflanzenwelt erfahren konnten.

Am Abend ging's dann zum Internationalen Abend des swakopmunder Karnevals. Eine insgesamt bizarr wirkende Veranstaltung, denn es machte den Eindruck einer viel zu sehr gewollten, doch nicht gekonnten Umsetzung vom rheinischen Karneval. Leider hatte ich das Pech, dass bei mir nur rudimentäre Kenntnisse des Afrikaans vorhanden sind, sodass ich manche Büttenrede nicht verstanden habe. Aber im Anschluss begann die eigentliche Party und Elle und ich haben getanzt, bis uns die Puste ausging und hatten jede menge Spaß. Als wir nachts endlich im Bett lagen waren wir total k.o. und konnten prima schlafen.

Den nächsten Tag ließen wir langsam angehen und machten einen Bummel durch die Stadt und am Strand entlang. Später besuchten wir noch die Woermann Gallery und hatten das große Glück auf den alten Woermann-Turm zu dürfen, von wo wir einen tollen Blick über die Stadt hatten.

Nach einem weiteren Strandspaziergang (wir können einfach nicht genug davon bekommen) haben wir an der neuen Jetty den Sonnenuntergang genossen. Oder wie Elle sagen würde, the Sundisappearance, da wegen einer dicken Nebelschwaden die Sonne nicht im Meer, sondern im Nebel verschwand.

Zum Abendessen hatten wir einen tollen Tip bekommen und wollten dies auch ausprobieren. Deshalb sind wir zum 'Secret Garden' und haben das beste Dinner in Swakop bekommen. Zwar Pizza, doch freshly Made und man konnte beim vorbereiten zugucken. Der Kellner, war sehr aufmerksam, nett und schnell, was hier fast unerreichbar schien. Da es uns so gut gefallen hatte, haben wir fast unseren zweiten Karnevalsabend vergessen und mussten rennen, um pünktlich zum Einmarsch da zu sein.

Der 2. Abend war der deutsche Abend, doch mindestens genauso verstörend wie der erste. Ich war hundemüde und Elle verstand kein Wort, daher hätten wir einfach im Secret Garden bleiben sollen. Ohne Party ging es dann nach Hause und das war auch gut so!

Freitag war dann schliesslich unser day off, sodas wir ganz entspannt noch am Strand entspannen konnten, und alle drei die Wellen etwas falsch eingeschätzt haben, sodass wir teilweise bis zur Hüfte nass wurden. Im Anschluss haben wir noch einen kleinen Bummel durch die Stadt gemacht. Das Wetter war so herrlich, um die 30Grad.

Nach Mittag sind wir dann etwas außerhalb von Swakop in die Wüste gefahren, denn Elle und Alex wollten eine Quad-Tour machen. Ich bin mitgefahren und habe das Wetter in der Namib genossen. Außerdem habe ich dort noch eine nette Bekanntschaft gemacht.

Die Bekanntschaft war dann so nett, dass sie nicht mehr von meiner Schulter runter wollte und jeden gebissen hat, der versucht hat, mich zu befreien. Doch letztendlich haben wir es geschafft und Elle und Alex kamen auch heile von ihrer Tour zurück.

Nach einem tollen Sundowner in der Namib am Atlantik (mit Kühlbox im Bild) haben wir abends Fisch gegessen. Leider viel zu überteuert und das Personal auch nicht besonders freundlich. Aber man kann ja nicht jeden Abend Glück haben.

Samstag sollte es dann früh zurück nach Windhoek gehen, denn für abends hatte jeder von uns noch einiges vor. Leider machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung, denn es gab mit starkem Ostwind einen Sandsturm in Swakop. Nichtsdestotrotz sind wir raus, doch man musste Mund geschlossen halten und möglichst auch die Augen :-)

(Der Sandsturm hat ganz schön mit den Wellen gekämpft!)

 

Bei so starkem Sandsturm sollte man nicht das Auto aus der Garage holen, denn der Sandsturm wäre wie ein Sandbestrahlung des Lacks, etwelches diesem wohl bekannterweise nicht gut tut. Also mussten wir warten. Als dann endlich der Sturm uns fahren ließ, wurden die Straßen für den Karnevalsumzug gesperrt. Doch der dauerte nicht lange und um 12Uhr konnten wir uns Richtung Windhoek auf den Weg machen.

Zum Glück kamen wir gut durch und so blieb Zeit für einen kleinen Zwischenstopp an dem besten Biltong-Kiosk des Landes.

Abends habe ich dann mit Elle, Razikua, Chastin (zwei Kolleginnen aus der Kanzlei) und Max bei Joes dasDeutschlandspiel geguckt. Fast der ganze Pub jubelte für Ghana. Interessant war eine Gruppe Japaner, die jeden Schuss aufs Tor bejubelten, egal von welcher Mannschaft. Ich befürchte die Japaner waren für den Ball! Mit einem entspannten Sonntag ging die Woche zu Ende und die nächste spannende Woche wartet schon, denn Dienstag kommt Frank!

Pfingstwochenende

Mittwoch, 11.06.2014

Das schöne lange Pfingstwochenende war für mich leider kein Pfingstwochenende, denn Pfingsten wird hier nicht gefeiert (dafür aber Christi Himmelfahrt - verrückt- !).

Trotzdem haben vor allem Elle und ich ein tolles Wochenende daraus gemacht.

Freitag Abend war tourism fair in Windhoek und dies wurde uns als absolutes Highlight von Anita und David angepriesen, also sind wir hin... Und wenn man ehrlich ist, war es eine ganz normale Messe. Nicht mehr und nicht weniger. Für namibische Verhältnisse, so muss ich eingestehen, war es sehr gut organisiert.

Als wir ankamen, waren Elle und ich ein wenig enttäuscht, denn ein Highlight konnten wir nicht erkennen. Also schlenderten wir über die Messe, wobei neben Ständen der verschiedenen Lodges auch Trekker und Farrari ausgestellt wurden.

Doch dann.... nach einer halben Stunde, haben wir das richtige Ausstellungszelt entdeckt: Weinprobe! Dafür musste man sich ein Glas für 50N$ kaufen und hat 4 Token umsonst erhalten. Prima. Wir also hin zum ersten Stand. Und wenn wir schon dafür zahlen sollten, wollten wir den teuersten Wein probieren. Ein Traum! Allerdings mit 125N$ pro Flasche auch für deutsche Verhältnisse ein recht ordentlicher Preis. 

So haben wir uns von Stand zu Stand probiert, unter anderem auch Oliven, Popcorn, Frozen Yoguhrt, Biltong, Käse, Bio-Brot, Fish-Biltong, Bier und eben noch ein oder zwei andere Weine. Von den 4 Token hatte ich am Schluss noch 2 übrig. Also nahm man es doch nicht so genau mit der Bezahlung. Vor allem die südafrikanischen Winzer freuten sich, wenn ihr Wein schmeckte. Als Elle und ich uns eine Flasche zum Teilen für einen Sundowner kaufen wollten, nahm der Winzer die Herausforderung an, einen Wein zu finden, der uns beiden schmeckte. Nach gefühlt 6 verschiedenen Weinen war es dann auch geschafft. Zum Glück gab es immer nur einen ganz kleinen Schluck. Sonst wären wir wohl kaum wieder heim gekommen.

Bevor wir aber mit Anita und David wieder zurück zum GuestHouse sind, haben wir im Gondwana-Zelt noch ein bisschen feiern können, mit live  Musik und einem sehr lustigem "Fotografen".

Unerwartet war es so ein toller Abend geworden.

 Dann kam Samstag. Nachdem weder ich, noch Alex gut aus dem Bett gekommen sind (wir sind wohl zu alt für sowas), verzögerte sich unsere Abfahrt zum Fistball Tournament bei der SKW (Sport Klub Windhoek) lediglich um ein paar Stunden.

Elle und ich waren sehr gespannt auf "Faustball" denn nach den Erzählungen von Alex klang diese Sportart ein wenig seltsam. Doch so schlimm war es letztendlich nicht. Man könnte Faustball, als eine Abwandlung des Volleyball bezeichnen. Nur darf der Ball vor jedem Schlag, einmal den Boden berühren.

Das eigentlich Seltsame an dem Turnier war, dass alle Deutsch gesprochen haben. Für Elle war das natürlich weniger schön, doch als die Spieler mitbekommen haben, dass sie Britin ist, wurde auf English umgestellt. 

"Windhoek/Namibia is a strange versions of Germany!" war unsere Zusammenfassung des Tages.

Das Wetter war herrlich, die Leute nett und die Stimmung gut. Abends gab es dann eine "Turnier-Fete". Das was jedoch veranstaltet wurde erinnerte eher an ein gemütliches Zusammenkommen, als Party; trotzdem nett. So konnten wir mit den Mitfahrern unsere Tour nach Swakop am 18.06. zum Karneval planen. 

Auch am Sonntag hatten wir ein volles Programm, denn nach einem Besuch beim National Museum of Namibia und einem geschlossenem FNCC (Franco Namibian Cultural Center), machten wir uns auf zum Sundowner bei der Heja Lodge in der Nähe von Windhoek.

Es wurde zwar sehr schnell super kalt, doch wir haben es genossen und anschließend noch auf der Lodge gegessen.

Wenn nun auch noch der Montag frei gewesen wäre, wäre es wohl zu viel des Guten gewesen. Insoweit war es schon ganz gut, dass es hier keine Pfingstfeiertage gibt.

Aussedem habe ich am Montag endlich meinen Pass zurück bekommen.

Ich bin total erleichtert, denn ich darf tatsächlich bis Ende Juli in Namibia bleiben.

Wie ich mit einem riesigen Schreck feststellen musste, hatte mir die nette und kompetente Einreisebehörde ein Touristenvisum bis zum 15.06.2014 ausgestellt. Warum ich lediglich sechs Wochen, statt der üblichen 90 Tage willkommen war, wird wohl für ewig ein Geheimnis der Einreisebeamtin bleiben. Zum Glück konnte Frau Williamson (Persönliche Assistentin des Chefs) mir einen Kontakt vermitteln, der sich meines Problems angenommen hat und die Verlängerung meines Visums beim Ministry of Home Affairs regeln konnte. Ich selbst hätte wohl wenig Chancen gehabt, da ich weder männlich, noch schwarz, noch Ovambo bin.

Doch die Mauer, gegen die ich gestoßen wäre, konnten wir dank Ashra prima umschiffen. Auch wenn er plötzlich 750N$ statt der vorher angedeuteten 200-300N$ dafür haben wollte! Als Europäer hat man gleich viel Geld und dass soll natürlich im Land bleiben. Nichtsdestotrotz vielen Dank Ashra!

Nachdem ich heute noch feststellen musste, das mir 400N$ vom Putzpersonal aus meiner Handtasche, die im Kleiderschrank versteckt war, geklaut wurde, wird das wohl eine teure Woche der unnützen Ausgaben

Windhoek und mein erster Braai

Montag, 02.06.2014

Nachdem ein langes Wochenende viel zu schnell vorüber war, stand das nächste lange Wochenende an. Da ich erst Mittwoch erfuhr, dass ich den Brückentag nicht arbeiten müsse, war dies viel zu kurzfristig, um noch eine Tour zu organisieren. 

Natürlich versuchte ich wenigstensnoch eine half-Day-Tour machen zu können, doch die werden ausschließlich ab 2 Personen (min.) angeboten. Ich hätte also doppelt zahlen müssen, dazu war ich nicht bereit.

Aber auch so werde ich mir schon ein schönes Programm machen! Da ich Dienstag mit Anita im Goethezentrum einen Film angeschaut habe, habe ich die Möglichkeit ergriffen und meine Handynummer und E-Mail Adresse für die dortigen Praktikanten dagelassen. Dieses Vorgehen hat wunderbar funktioniert, denn gleich am nächsten Morgen meldete sich Maren, ob wir uns nicht auf einen Kaffe im GZ treffen wollten. Klar wollte und so lief ich nach dem Kanzleialltag zum GZ, statt zum GuestHouse! 

Maren macht ein Jahr Auszeit von Ihrem Jura-Studium an der LMU München und ist für insgesamt 6 Monate in Windhoek. Wie es der Zufall wollte, kommt Maren aus Koblenz und kannt die andern Referendare in Windhoek bereits. unter anderem auch Gloria, die mit mir in Trier studiert hatte. Zufälle gibts...

Das Kaffeetrinken war sehr nett und wir haben uns gleich gut unterhalten. Samstag wollten wir dann ein bisschen Sightseeing in WDH zu machen.

Und das haben wir dann auch. Christuskirche, Independence-Museum, Alte Feste, Meteoriten-Brunnen und ein kleiner Lunch zwischendurch in der Street Cuisine! Ein toller Tag, der mit einem Sundowner auf der Dachterrasse des Hilton endete.

Samstag kam zudem noch Elli neu in dem GuestHouse an, die in Annettes ehemaliges Zimmer gezogen ist. Da ich den ganzen Tag unterwegs war, lernte ich sie erst Sonntag kennen. Elli ist Britin und hat in Schottland, St. Andrews studiert. Sie ist bei einer Rechtskammer in Windhoek bis Mitte August beschäftigt und hat Internationales Management studiert. Sie ist sehr nett und vielleicht ein Opfer für meine Day-Tours/Half-Day-Tours.

Am Sonntag fand dann im Guesthouse mit Anita, David und Elli mein erster Braai statt. wir haben gegrillt, geredet und anschließend natürlich auch gegessen. Es war sehr entspannt und lecker!

Damit ist dem langen Wochenende ein würdiger Abschluss zu Teil geworden.

Annettes letzte Woche

Montag, 26.05.2014

Nun war Annettes letzte Woche angebrochen und wir wollten noch ein bisschen was erleben, also haben wir noch eine Tour durch Katutura (Township) gemacht. André hatte sich nochmal bereit erklärt uns das richtige Katutura zu zeigen. Eine Woche vorher hatten wir bereits mit Bwana Tucke Tucke eine City and Township Tour gemacht. Doch ich war davon sehr enttäuscht, denn für mich mutete diese Tour eher wie einer Verkaufsshow an. Und zu allem Unglück durften wir in Katutura den Markt nicht vollständig erkunden, mit der Begründung: " Das ist nur in der großen Tour vorgesehen!"

Doch mit André durften wir über den gesamten Markt in Katutura gehen. Auch in die "Fleisch-Abteilung. Es roch komisch und es war etwas gewöhnungsbedürftig, dass plötzlich ein Kuhkopf und Kuhfüsse auf dem Boden zum Vekauf bereit lagen.

Im Anschluss fuhren wir nicht, wie bei der ersten Tour wieder zurück in die Stadt, sondern ins echte Katutura, wo keine kleinen Steinhütten mehr standen, sondern Blechhütten, oder aufgestapeltes Plastik. Dorthin wo es keinen Strom und kein Wasser mehr gibt und nur eine Gemeinschaftstoilette. Das zu sehen war sehr bedrückend. Für uns war es eine 2 stündige Tour, für die Menschen dort, war es das Leben.

Dennoch war ich froh, wieder zu Hause zu sein, auch wenn mich das sehr nachdenklich gemacht hat.

 

Am nächsten Tag wollte Annette nochmal Party gemacht haben, bevor sie wieder wegfuhr. Also wurde erneut Andre bemüht, der mit uns tanzen gehen sollte. netterweise erklärte er sich auch bereit und holte uns Mittwochabend zur Ladies Night ab.

Zuerst waren wir im Warehouse, wo live Musik gespielt wurde, doch war diese Musik leider nicht Tanzbar, also brachen wir schnell wieder auf und fuhren in einen Club, wo tanzbare Musik gespielt wurde. Um 24Uhr hatten wir dann auch davon die Nase voll und wurden erschöpft und müde nach Hause gebracht.

 

Am allerletzten Abend hat uns der Taxifahrer Adolf in Joes Beerhouse gefahren. Dort war es sehr schön, wir saßen im Burma, einem Raum mit offener Feuerstelle in der Mitte. Und natürlich wurde wieder Springbock-Filet und Kudu-Steak gegessen. Natürlich mussten wir auch den Kaktusfeigen-Schnaps probieren. Allerdings hätte ich gut darauf verzichten können. Schnaps halt! Max kam später noch dazu und leistet uns Gesellschaft, auch um sich von Annette zu verabschieden.

Am nächsten Morgen war es dann soweit und Annette musste ihre letzten Sachen zusammenpacken, denn gleich morgens wurde sie abgeholt und zum Flughafen gebracht. Ich war wirklich traurig, als ich mich verabschieden musste, doch in der Kanzlei konnte ich mich ja gut ablenken.

Als ich abends nach Hause kam, war ich mit den Tieren, Laco, Twister, JoJo und Puri alleine. Denn ich hatte mich bereit erklärt, die Tiere zu versorgen und das Haus zu hüten, als Anita und David (Vermieter) auf einer Tour nach Kaudom waren.

Okapuka Game Lodge

Montag, 19.05.2014

Es dauerte nicht lange, um genau zu sein grademal eine Woche, bis es wieder auf Reise ging. Diesmal zur Okapuka Game Lodge nördlich von Windhoek.

Andre, der Taxifahrer, der mich von Flughafen abgeholt hatte, hatte sich bereit erklärt uns zur 50 km von Windhoek entfernten Game Lodge zu fahren und natürlich auch einen Tag später wieder abzuholen.

Die Fahrt zur Lodge war bereits ein Erlebnis, nicht nur, dass der Pförtner mit schwarzer Daunenjacke und Kaputze auf dem Kopf uns bei gefühlten 25 Grad empfing, sondern auch, dass wir durch einen Fluss fahren mussten, um zum Hauptgebäude zu gelangen.

An der Lodge angekommen, waren Annette und ich erstmal auf den boden zurückgeholt worden, denn Okapuka war wesentlich touristischer als Okambara. Wo wir in Okambara noch fast alleine waren, waren in Okapuka massenweise Touristen anwesend.

Dennoch war es sehr schön, nur nicht so familiär, wie unsere erste Tour.

Am gleichen Tag konnten wir noch einen Game Drive machen. Hier sollte es zwar keine Elefanten geben, dafür die drittgrößten Bewohner der afrikanischen Savanne, und diese fanden wir gleich im Dreier-Pack

 

Auch hier haben wir natürlich wieder eine Menge anderer Tiere gesehen, wie Elands, Oryx, Krokodil, Zebras, Giraffen, warthogs (Warzenschweine) oder Gnus.

Ein rundum gelungener Ausflug. Vor allem mit Annette hat es viel Spaß gemacht, denn sie ist eine sehr fröhliche, direkte und humorvolle Person!

Okambara Elephant Lodge

Sonntag, 11.05.2014

Das erste Wochenende in Namibia stand vor der Tür und Annette hatte kurzfristig noch eine Tour nach Okambara zur Elephant Lodge organisieren können.

Heike, eine deutsche Auswandererin, die ein privates Taxi in Windhoek fährt, hatte sich bereit erklärt uns die 140km am Freitag hin zu fahren und uns am Sonntag wieder abzuholen.

Die Fahrt begann auf einem Teerpad Richtung Flughafen (die Strecke kannte ich ja nun bereits), doch nach einigen Kilometern bogen wir links auf einen Gravelpad ab. Schlagartig veränderte sich das Landschaftsbild und man konnte den roten Sand der Kalahari bereits erahnen.

Nach knapp zwei Stunden Fahrt durch teilweise vom Regen extrem ausgespülte Sandwege, kamen wir an der Lodge an und es war atemberaubend schön.

Nach Kaffee und Kuchen durften wir gleich mit Petrus auf die erste  carnivore-feeding-Tour gehen.

Neben Caracals wurden auch Leopard und Geparden gefüttert. Und der Leopard wurde auch gestreichelt, was er sehr genoß!

Im Auto saßen Annette und ich natürlich direkt über dem "Futter"!

 

Den richtigen Game Drive konnten wir erst am nächsten Tag antreten, denn es wurde bereits dunkel.

aber dafür ging es nach einem grandiosen Frühstück gut gestärkt auf Tour.

Um die Elefanten zu finden mussten zunächst spuren gesucht werden.

 Die erste Spur war dann auch schnell da, doch trotzdem musste Petrus auf die Motorhaube steigen, um die Elefanten genau orten zu können.

Nach ca. 2 Stunden war es dann soweit: Elefanten!

Aber natürlich dürfen wir trotz Elefanten nicht vergessen, dass wir noch ganz viele andere Tiere gesehen haben:

 Und außerdem noch Sprinböcke, Oryx und Impalas.

es war also eine rundum erfolgreiche Tour und wir sind zufrieden zurück zur Lodge gefahren. Dort wurden wir weiter verwöhnt, denn das Abendessen war sehr feudal. Am ersten Abend gab es neben dem typischen Braai, Trüffel - als Gemüse!

Zum Braai wurde Orxy und am zweiten Abend noch Impala und Gnu gegrillt. Lecker!

Schade, dass wir Sonntag schon wieder von Heike abgeholt wurden, doch ein Highlight hatten wir noch:

 Zwei Geparden-Babys!

Das war mit Abstand das beste Wochenende in Namibia bislang :-)

Die Ankunft

Dienstag, 06.05.2014

Pünktlich um 5:30Uhr landete die Boeing 737 der AirNamibia auf dem Flughafen Hosea Kutako International Airport in Windhoek.

Es ist noch dunkel draußen und gefühlte 10 Grad. Ich friere. Außer einem kleinen Flughafengebäude und zwei, drei anderen Flugzeugen ist nicht zu sehen.

Statt mit einem Bus oder einer Gateway zum Gebäude gebracht zu werden, deuten aufgestellte Flughafenposten den Weg über das Rollfeld an.

Nun erstmal in die Schlange der Einreisekontolle anstellen. Erstaunlich schnell geht es voran und da ich das Glück hatte weit hinten zu sitzen, stehe ich ziemlich weit vorne in der Schlange. Keine 20minuten dauert die Prozedur und ich bin offiziell in Namibia angekommen.

Mein Koffer wurde bereits vom Förderband gehoben und in eine Schlange etlicher Gepäckstücke eingereiht. Bis ich dies bemerke, warte ich jedoch erstmal geduldig am Förderband und lasse zahlreiche Koffer an mir vorbeifahren.

Bis hierhin hat es, seit dem ich aus dem Flugzeug raus bin, keine 30 Minuten gedauert. Ich denke, das ist Rekord!

Aufgrund von unterschiedlichen Angaben, die ich im Internet gefunden habe, möchte ich nun beim Zoll meine Bargeldbestände, vor allem meine €-Bestände deklarieren. Problem, es ist noch zu früh und keiner der Zollbeamten hat wohl so richtig Lust, als ich mit meinem Deklarierungsbegehren daherkomme. Ich werde einfach durchgeschoben ohne irgendwas deklariert zu haben. So kann es auch gehen.

Am Ausgang warten etliche Taxifahrer mit Namen auf Karton gekritzelt, um die entsprechenden. Personen in die Stadt zu fahren. Mein Name ist nicht dabei. Ich warte. Langsam überkommt mich ein komisches Gefühl, ob es mit der online Reservierung vielleicht doch nicht so gut geklappt hat. Ich frage einen anderen Fahrer, ob denn ShuttleNamibia noch nicht da sei. Da werde ich gleich darauf hingewiesen, dass er verschlafen hat und gleich komme.

10 Minuten später ist André dann auch da und es könnte losgehen, wenn ich nicht hätte vorne rechts einsteigen wollen. Schnell werde ich auf meinen Fehler aufmerksam gemacht und wir fahren los.

Der Flughafen liegt ca. 40 km außerhalb von Windhoek, sodass ich bei Sonnenaufgang, der ein tolles Farbenspiel am Himmel hinter den Bergen zaubert, die ersten Eindrücke von Afrika und Namibia sammeln kann. Ich bin baff. Es ist traumhaft.

Um kurz nach 6:30 Uhr kommen wir an dem GuestHouse an, doch so früh ist noch keiner wach und das Tor verschlossen. also heißt es warten. Ca. eine Stunde warte ich und genieße den tollen Ausblich, bis Alex, ein anderer Referendar, mir das Tor aufschließt. Die Vermieterin ist erstmal nicht auffindbar.

Auch dieses Problem klärt sich innerhalb von 10 Minuten und ich habe Schlüssel und Einweisung erhalten.

Ich bin müde und habe Hunger. Zum Glück habe ich mir ein Stück Käsekuchen aus dem Flugzeug aufgehoben und esse davon die Hälfte. Wer weiß wann ich zum Einkaufen komme.

Kurz darauf treffe ich Annette. Sie wohnt nebenan und scheint erfreut zu sein mich zu sehen. Sie lädt mich gleich zu sich ein und erklärt mir die örtlichen Geflogenheiten. Ich bin schockiert. Man darf als Frau nicht alleine aus dem Haus, vor allem nicht nachts, nur Taxen nehmen, die keine Registrierungsnummer haben (komisch aber wahr) und keinen Rucksack oder ähnliches nutzen, dass einen als Tourist outen würde.

Nachdem ich den Schock verdaut habe, ziehe ich mich um, um in die Kanzlei zu gehen. Da ich vergessen habe die Uhr umzustellen, treffe ich dort eine Stunde früher ein, als geplant, doch das scheint kein Problem zu sein. In einem Eil-Tempo werden mir sämtliche Mitarbeiter vorgestellt. Nur der Chef, Herr Koep, ist nicht im Haus.

Das Eiltempo war geboten, denn Razikua, ein candidate attorney will mich mit zum Gericht nehmen. Auf dem Weg dorthin befragt sie mich bereits aus und ich bin müde und ein bisschen überfordert. Auf dem Weg bin ich erstaunt, wie sauber und ordentlich Windhoek ist. Auch der High Court kann sich sehen lassen. 

Wir gehen zum Register Dept., denn bevor eine Klage zugestellt werden kann, benötigt man die Unterschrift vom Chief of Register. Die Unterschrift bekommen wir verhältnismäßig schnell und könnten uns auf den Rückweg machen, doch Razikua nutzt die Chance und zeigt mir gleich noch den Magistrate Court und ein bisschen die Indipendence Ave. Scheinbar hat sie kein dringendes Bedürftnis schnell weiterzuarbeiten.

Zurück in der Kanzlei bekomme ich gleich eine dicke Akte (zwei Dicke Leitz Ordner) zum Lesen. Ich bin also beschäftigt.

Um 16:30Uhr ist Feierabend und ich Laufe erschöpft zum GuestHouse. Hier warte bereits Annette und lädt mich zum Abendessen ein. Ich bin ihr sehr dankbar, denn ich war ja noch nicht zum einkaufen gekommen.

Ich bin froh, als der erste Tag endlich rum ist und ich ins Bett fallen kann.